Betriebliches Gesundheitsmanagement macht sich bezahlt – Studie 2003

Betriebliche Gesundheitsförderung als Personal- und Organisationsentwicklung in Klein- und Mittelunternehmen aus Sicht von Führungspersonen

Sinnorientierte (motivierende) Arbeit hat psychosozialen, gesundheits- erhaltenden und gesundheitsfördernden (salutogenen) Charakter.
Betriebliche Gesundheitsförderung erhöht die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit von MitarbeiterInnen, da sie Belastungen und Beschwerden reduziert und die Zufriedenheit und Motivation der MitarbeiterInnen fördert.

 

Kurzzusammenfassung

BGF-Studie 2003

Im Jahr 2002 wurden Führungspersonen von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) im Bundesland Kärnten schriftlich zum Themenbereich „Betriebliche Gesundheitsförderung“ (BGF) befragt.

BGF-Aktivitäten spielen in KMU eine untergeordnete Rolle, wobei mögliche Einstellungswerte dazu branchenunabhängig zu sehen sind. Einstellungswerte der Führungspersonen zur BGF sind sehr positiv (Diskursebene), jedoch schlägt sich diese Haltung nicht auf das Ausmaß der allgemein gesetzten BGF-Aktivitäten nieder (Empirieebene).

Etwa 20 % der befragten Führungspersonen haben (sehr) kritische Werte bei Beschwerden und psychosozialen Belastungen, sodass die Qualität der Arbeit darunter leidet. Belastungsfaktoren, die einen signifikanten Einfluss auf die Motivation haben, sind:
(1) demotivierendes Betriebsklima, (2) Probleme, die sich durch Management, Führung und Organisation ergeben, (3) unsicherer Arbeitsplatz, (4) wenig Sinn im Berufsleben, (5) eine zu geringe Entfaltung der eigenen Fähigkeiten und (6) Mobbing.
Die stärksten psychosozialen Belastungen treten bei folgenden Themen und Bereichen auf:

 

(1) Arbeits- und Zeitdruck,
(2) Stress,
(3) psychische und fachliche Überforderung,
(4) wenig Zeit für Familien- und Privatleben und
(5) Management, Führung und Organisation.

Betriebswirtschaftliche, soziale und individuelle Rahmenbedingungen haben signifikanten Einfluss auf psychische und somatische Beschwerden. Die stärksten sind:
(1) Rückenschmerzen,
(2) Müdigkeit,
(3) Konzentrationsprobleme,
(4) Stimmungsschwankungen
(5) Nervosität und (6) Schlafstörungen.

 

Subjektives Empfinden von Belastungen und Beschwerden steht in einem negativen Zusammenhang mit der Motivation, d. h. je höher die erlebten Belastungen, desto niedriger die Motivation. Hohe durchschnittliche Arbeitszeiten (>50 Stunden pro Woche), Demotivation und hohe individuelle Belastungen können zu einem beträchtlichen Teil (ca. 41 %) für die festgestellten Beschwerden verantwortlich gemacht werden (Regressionsmodell).

BGF-Themen mit direktem Motivationsbezug werden von Führungspersonen als bedeutungsvoller eingeschätzt als Themen mit indirektem Motivationsbezug. Psychosoziale Berufe werden in der BGF gegenüber betriebswirtschaftlich orientierten Berufen deutlich bevorzugt, wobei psychosoziale Quellenberufe in KMU noch nicht tatsächlich etabliert sind.

 

Praxisbezogener Ausblick

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BGF-Studie 2003

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