Stress Marke „Eigenbau“ reduziert das Erleben von Sinn am Arbeitsplatz

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei Stress Marke „Eigenbau“ um selbst verursachten Druck, der auf verinnerlichte Denk-, Fühl-  und Verhaltensmuster zurück-zuführen ist, die persönlichkeitsbedingt sind und  tendenziell das Selbstwertgefühl vermindern.

In Situationen, wo Menschen unbewusst ihr Selbstwertgefühl bedroht sehen, fühlen sie sich abgewertet, überfordert und jagen dann einem überzogenen Ideal-Ich nach: „Man“ muss jetzt Stärke zeigen, alles richtig machen, jedem entgegenkommen, damit „man“ akzeptiert wird, „man“ darf keine Zeit verlieren und vor allem – „man“ muss das Beste geben. Das erzeugt nicht nur Druck, sondern demotiviert systematisch. Das wissen die wenigsten Führungspersonen, weil sie selber oft von  diesem Stress Marke „Eigenbau“  getrieben sind und diesen als normal erleben. Ja noch mehr: Diese Stressverstärker werden noch als „motivierend“ erlebt. So ist es nicht verwunderlich, dass einerseits unwissenschaftlich behauptet wird, dass Stress gesund sei und andererseits wird regelmäßig auf Studien hingewiesen, die belegen sollen, dass Stress im Arbeitsleben konstant im Ansteigen ist.
Aus fachlicher Sicht sind Bedenken gerechtfertigt. Unsere Studienergebnisse (N = ca.  2000) aus der Praxis belegen: Die meisten,  zwischen 70 und 80 Prozent, verspüren natürlich Stress, können damit aber in der Regel situationsangepasst umgehen. Bei etwa 15 bis 20  Prozent ist die Beanspruchung durch Stress eindeutig stärker ausgeprägt, sodass ein arbeitspsychologisch fundiertes Persönlichkeits-Coaching notwendig wäre. Bei ca. 5 bis 10  Prozent sind die persönlichkeitsbedingten, stressfördernden Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster aber so dominant, dass auch gut durchdachte organisatorische Maßnahmen auf der Verhältnisebene (Organisationsablauf, Schnittstellenproblematik) nicht mehr ausreichen, damit diese Mitarbeiter(innen) das Gefühl haben, weniger Stress zu spüren.

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