Seminar:
Mobbing.Wirksame Prävention
Seminar:
Stressmanagement durch Workbalance
Fachartikel  

Vier Irrtümer bei Mobbing-Prozessen

1. Alle glauben am Anfang, dass sie es alleine schaffen.
 

Die Mobbing-Betroffenen.
Die Vorgesetzten, die Entscheidungen zu treffen haben.

2. Die Konflikte werden sich schon von selber legen.
  Am Anfang versuchen die Betroffenen, die Konflikte selber zu lösen. Manche haben Erfolg. Andere wieder keinen.
Nach mehreren Versuchen kommt der Gedanke auf, dass die Konflikte einfach auszustehen seien. Oder dass sie sich wohl legen würden.
  Führungspersonen sind oft überfordert. Statt durch klare Richtlinien, geeignete strukturelle Maßnahmen, klare Kompetenzbeschreibungen und transparente Informationen für die notwendigen organisatorischen Rahmenbedingungen zu sorgen, machen sie am Anfang einen gravierenden Fehler: Sie schauen weg. Wohl auch in der Hoffnung, dass sich die Konflikte selber legen würden.
3. Die Dynamik des Prozesses ist kalkulierbar.
  Betroffene erkennen am Anfang nicht die Dramatik eines Mobbing-Prozesses. Sie fühlen sich auch am Anfang sozial, körperlich und psychisch in der Lage, mit den Schwierigkeiten umzugehen. Der Prozess nimmt aber einen Verlauf, bei dem es ab einem bestimmten Zeitpunkt kein Zurück und keine Kontrolle mehr gibt. Tatsächliche Mobbing-Fälle enden fatal. Sie sind psychosozialer Totschlag. Psychosozialer Selbstmord.
  Personalverantwortliche unterschätzen in der Regel die Kosten von Mobbing-Fällen. Widersprüchlichkeiten werden achselzuckend in Kauf genommen. Mit enormem Aufwand wird versucht, jeden EURO zu sparen. Auf der anderen Seite ist wenig Investitionsbereitschaft zu erkennen, wenn es darum geht, motivierende und inspirierende Rahmenbedingungen für das humane Kapital zu schaffen
4. Externe BeraterInnen werden alles lösen. Keine kritische Auswahl der BeraterInnen.
 

Das Paradoxe an Mobbing-Prozessen besteht auch darin, dass sich ab dem Zeitpunkt, wo andere Personen in den Prozess „helfend“ eingreifen, die Lage zuspitzt. Daher ist es von ausschlaggebender Bedeutung, wer wann und wo solche Prozesse begleitet, wer also zum Helfersystem zählt.