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Im Jahr 2002 wurden Führungspersonen von
Klein- und Mittelunternehmen (KMU) im Bundesland Kärnten schriftlich
zum Themenbereich „Betriebliche Gesundheitsförderung“
(BGF) befragt.
BGF-Aktivitäten spielen in KMU eine untergeordnete Rolle, wobei
mögliche Einstellungswerte dazu branchenunabhängig zu sehen
sind. Einstellungswerte der Führungspersonen zur BGF sind sehr
positiv (Diskursebene), jedoch schlägt sich diese Haltung nicht
auf das Ausmaß der allgemein gesetzten BGF-Aktivitäten
nieder (Empirieebene).
Etwa 20 % der befragten Führungspersonen haben (sehr) kritische
Werte bei Beschwerden und psychosozialen Belastungen, sodass die Qualität
der Arbeit darunter leidet. Belastungsfaktoren, die einen signifikanten
Einfluss auf die Motivation haben, sind:
(1) demotivierendes Betriebsklima, (2) Probleme, die sich durch Management,
Führung und Organisation ergeben, (3) unsicherer Arbeitsplatz,
(4) wenig Sinn im Berufsleben, (5) eine zu geringe Entfaltung der
eigenen Fähigkeiten und (6) Mobbing.
Die stärksten psychosozialen Belastungen treten bei folgenden
Themen und Bereichen auf:
(1) Arbeits- und Zeitdruck, (2) Stress, (3) psychische und fachliche
Überforderung, (4) wenig Zeit für Familien- und Privatleben
und
(5) Management, Führung und Organisation.
Betriebswirtschaftliche, soziale und individuelle Rahmenbedingungen
haben signifikanten Einfluss auf psychische und somatische Beschwerden.
Die stärksten sind: (1) Rückenschmerzen, (2) Müdigkeit,
(3) Konzentrationsprobleme, (4) Stimmungsschwankungen
(5) Nervosität und (6) Schlafstörungen.
Subjektives Empfinden von Belastungen und Beschwerden steht in einem
negativen Zusammenhang mit der Motivation, d. h. je höher die
erlebten Belastungen, desto niedriger die Motivation. Hohe durchschnittliche
Arbeitszeiten (>50 Stunden pro Woche), Demotivation und hohe individuelle
Belastungen können zu einem beträchtlichen Teil (ca. 41
%) für die festgestellten Beschwerden verantwortlich gemacht
werden (Regressionsmodell).
BGF-Themen mit direktem Motivationsbezug werden von Führungspersonen
als bedeutungsvoller eingeschätzt als Themen mit indirektem Motivationsbezug.
Psychosoziale Berufe werden in der BGF gegenüber betriebswirtschaftlich
orientierten Berufen deutlich bevorzugt, wobei psychosoziale Quellenberufe
in KMU noch nicht tatsächlich etabliert sind. |
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